Schlechte Frage, generische Antwort. Wie das RIKO-Modell hilft, KI so anzusprechen, dass wirklich brauchbare Ergebnisse herauskommen.
Wie muss ich mit dir reden, dass du mich verstehst? · 10-teilige Serie · TV, YouTube und On-Demand
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Stell dir vor, du rufst beim Arzt an und sagst nur: „Ich bin krank, ich brauche ein Medikament." Und legst auf. Was glaubst du, was du bekommst? Sicher nicht das, was du genau brauchst.
Genau so funktioniert das mit KI, wenn man ihr keine klare Aufgabe gibt. Sie antwortet. Immer. Sie möchte dir gefallen. Aber ob die Antwort passt, hängt fast ausschließlich davon ab, wie gut die Frage war.
Das Wissen aus den ersten drei Folgen hilft nichts, wenn man nicht weiß, wie man mit KI effizient arbeitet. Der Fachausdruck heißt Prompting — hört sich technisch an, ist es aber gar nicht. Ein Prompt ist die Eingabe, die du KI gibst. Die Frage, der Auftrag, die Anweisung.
KI will helfen. Das ist ihr Grundprinzip. Wenn sie aber zu wenig Kontext hat, dann greift sie auf das zurück, was sie am häufigsten gesehen hat: die durchschnittlichste, allgemeinste Antwort. Das klingt nach einem Kompromiss. Und das ist es auch.
Wer spezifische Ergebnisse will, muss spezifisch fragen. Wer KI wie eine Suchmaschine benutzt, bekommt Suchmaschinenergebnisse. Wer ihr einen echten Auftrag gibt, mit Kontext, Ziel und Erwartung — der bekommt etwas, das wirklich brauchbar ist.
Das RIKO-Modell gibt jedem Prompt eine Struktur. Es besteht aus vier einfachen Elementen:
Welche Rolle soll KI übernehmen? Experte, Assistent, Texter, Anwalt, Lehrer? Eine klare Rolle verbessert die Antwortqualität sofort.
Was ist die eigentliche Aufgabe oder Frage? So konkret wie möglich. Vage Aufgaben erzeugen vage Antworten.
Was weiß KI noch nicht, das für die Aufgabe relevant ist? Branche, Zielgruppe, Hintergrund, Einschränkungen.
Wie soll das Ergebnis aussehen? Format, Länge, Ton, Struktur. KI macht, was man ihr sagt — wenn man es ihr sagt.
„Schreib mir eine E-Mail an einen Kunden."
„Du bist ein erfahrener Vertriebsmitarbeiter in einem österreichischen KMU. Schreibe eine E-Mail an einen Bestandskunden (Geschäftsführer, ca. 50 Jahre, traditionelle Branche), der seit 6 Monaten keinen Auftrag erteilt hat. Ziel: Gesprächstermin vereinbaren. Ton: persönlich aber professionell, kein Verkaufsdruck. Länge: maximal 120 Wörter."
Der Unterschied ist enorm. Nicht weil KI besser geworden ist — sondern weil der Auftrag besser geworden ist.
RIKO ist kein starres Schema. Es ist eine Denkweise. Wer sich vor dem Schreiben eines Prompts kurz fragt: Rolle — Input — Kontext — Output? — der formuliert automatisch klarer. Und bekommt automatisch bessere Ergebnisse.
Das lässt sich einüben. In jedem Training, das ich anbiete, ist Prompting ein zentrales Thema — weil es der Hebel ist, der den Unterschied macht zwischen „naja, irgendwie nutzbar" und „das erspart mir wirklich Arbeit".