TV-Serie auf Austro TV · Folge 4

KI – Wie muss ich mit dir reden, dass du mich verstehst?

Schlechte Frage, generische Antwort. Wie das RIKO-Modell hilft, KI so anzusprechen, dass wirklich brauchbare Ergebnisse herauskommen.

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TV-Serie · Folge 4 Juli 2026 ca. 6 Min. Lesezeit
Austro TV

KI mit Xundem HausVerstand – Folge 4

Wie muss ich mit dir reden, dass du mich verstehst? · 10-teilige Serie · TV, YouTube und On-Demand

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Schlechte Frage, generische Antwort – Das RIKO-Modell für bessere KI-Prompts, Gerald Badegruber auf Austro TV

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Stell dir vor, du rufst beim Arzt an und sagst nur: „Ich bin krank, ich brauche ein Medikament." Und legst auf. Was glaubst du, was du bekommst? Sicher nicht das, was du genau brauchst.

Genau so funktioniert das mit KI, wenn man ihr keine klare Aufgabe gibt. Sie antwortet. Immer. Sie möchte dir gefallen. Aber ob die Antwort passt, hängt fast ausschließlich davon ab, wie gut die Frage war.

Das Wissen aus den ersten drei Folgen hilft nichts, wenn man nicht weiß, wie man mit KI effizient arbeitet. Der Fachausdruck heißt Prompting — hört sich technisch an, ist es aber gar nicht. Ein Prompt ist die Eingabe, die du KI gibst. Die Frage, der Auftrag, die Anweisung.

Warum schlechte Fragen generische Antworten liefern

KI will helfen. Das ist ihr Grundprinzip. Wenn sie aber zu wenig Kontext hat, dann greift sie auf das zurück, was sie am häufigsten gesehen hat: die durchschnittlichste, allgemeinste Antwort. Das klingt nach einem Kompromiss. Und das ist es auch.

Wer spezifische Ergebnisse will, muss spezifisch fragen. Wer KI wie eine Suchmaschine benutzt, bekommt Suchmaschinenergebnisse. Wer ihr einen echten Auftrag gibt, mit Kontext, Ziel und Erwartung — der bekommt etwas, das wirklich brauchbar ist.

Das RIKO-Modell: Vier Bausteine für bessere Prompts

Das RIKO-Modell gibt jedem Prompt eine Struktur. Es besteht aus vier einfachen Elementen:

R Rolle

Welche Rolle soll KI übernehmen? Experte, Assistent, Texter, Anwalt, Lehrer? Eine klare Rolle verbessert die Antwortqualität sofort.

I Input

Was ist die eigentliche Aufgabe oder Frage? So konkret wie möglich. Vage Aufgaben erzeugen vage Antworten.

K Kontext

Was weiß KI noch nicht, das für die Aufgabe relevant ist? Branche, Zielgruppe, Hintergrund, Einschränkungen.

O Output

Wie soll das Ergebnis aussehen? Format, Länge, Ton, Struktur. KI macht, was man ihr sagt — wenn man es ihr sagt.

Ein konkretes Beispiel

Ohne RIKO (vage)

„Schreib mir eine E-Mail an einen Kunden."

Mit RIKO (konkret)

„Du bist ein erfahrener Vertriebsmitarbeiter in einem österreichischen KMU. Schreibe eine E-Mail an einen Bestandskunden (Geschäftsführer, ca. 50 Jahre, traditionelle Branche), der seit 6 Monaten keinen Auftrag erteilt hat. Ziel: Gesprächstermin vereinbaren. Ton: persönlich aber professionell, kein Verkaufsdruck. Länge: maximal 120 Wörter."

Der Unterschied ist enorm. Nicht weil KI besser geworden ist — sondern weil der Auftrag besser geworden ist.

„Die Qualität der Antwort hängt von der Qualität der Frage ab. Das gilt für KI genauso wie für jeden guten Mitarbeiter."

Was das für den Alltag bedeutet

RIKO ist kein starres Schema. Es ist eine Denkweise. Wer sich vor dem Schreiben eines Prompts kurz fragt: Rolle — Input — Kontext — Output? — der formuliert automatisch klarer. Und bekommt automatisch bessere Ergebnisse.

Das lässt sich einüben. In jedem Training, das ich anbiete, ist Prompting ein zentrales Thema — weil es der Hebel ist, der den Unterschied macht zwischen „naja, irgendwie nutzbar" und „das erspart mir wirklich Arbeit".

Gerald Badegruber
Gerald Badegruber
Zertifizierter KI-Beauftragter · KI-Training & verständliches Wissen
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